Tipps

Analoge Aufnahmetechnik und digitale Weiterverarbeitung  ermöglicht jedem engagierten Hobbyfotografen beste Ergebnisse bei geringem Aufwand, überschaubaren Kosten und hohem Spaßfaktor. Anbei eine kleine Anleitung, für den erfolgreichen Start in die Großformat-Technik.

Aufnahme-Technik

Großformat-Kameras und alles mögliche Zubehör finden Sie u.a. bei Ebay in der entsprechenden Rubrik. Da manche Kameras dieses Formats recht unhandlich und schwer sind, kann ich aus eigener Erfahrung z.B. die Master-Technika von Linhof empfehlen. Diese Kamera hat eine kompakte Bauweise, ist robust und die Auswahl an Zubehör ist groß. Daß diese Art Fototechnik auch über Jahrzehnte kaum an Wert verliert, werden Sie am Preis der angebotenen Optiken bemerken. Also keine Sorge, trotz des allgemeinen Trends zur digitalen Fotografie - analog lebt!

 Das brauchen Sie für den Start:

1. Kamera (z.B. Master-Technika)

2. Objektive. Für den Start empfiehlt sich ein Standardobjektiv mit 150 mm Brennweite und ein Weitwinkelobjektiv mit z.B. 90 mm Brennweite. Eine Liste der verfügbaren Brennweiten finden Sie
hier.

3. Filmkassetten (entweder 9x12 cm oder 4x5 Zoll). In jede Kassette passen jeweils 2 Filme. Um effektiv arbeiten zu können, sind 6 Kassetten optimal, da in den später noch beschriebenen Entwicklungstank 12 Filmblätter passen.

4. Stativ. Um die Vorteile der gigantischen Auflösung und Schärfe voll auszureizen, ist ein Stativ unerlässlich. Bitte beachten Sie, daß das Stativ möglichst stabil sein sollte (z.B. Manfrotto) und über eine Aufnahme von 3/8 Zoll (Gewinde der Stativschraube) verfügen sollte. Ansonsten gibt es natülich auch Gewindeadapter im Versandhandel und in guten Fotogeschäften.

5. Filmmaterial von
9x12 cm bzw. 4x5 Zoll (etwas größer) ermöglicht hervorragende Resultate und ist sowohl in Farbe und Schwarz-Weiß als Negativfilm und Diafilm zu haben. Da Schwarz-Weiß-Film erstaunlich preiswert zu bekommen und sehr einfach zu verarbeiten ist, bevorzuge ich dieses Material.

6. Wechselsack. Um jederzeit und an jedem Ort die belichteten Filme in den Kassetten durch frisches Filmmaterial austauschen zu können, ohne auf den Einbruch der Dunkelheit zu warten oder sich im Keller zu verkriechen, empfiehlt sich dieses Hilfsmittel. (gibt´s in jedem ordentlichen Fotoversand)

7. Entwicklungstank. Nach einem erfolgreichen Fototag, brennt man natürlich darauf, Resultate zu sehen - nichts einfacher als das... Entwickeln Sie Ihre
Schwarz-Weiß-Filme doch gleich selbst! Ich arbeite mit dem Entwicklungstank von Doran. Wenn Sie das Wässern (ca. 15 min.) der fertig entwickelten Filme nicht mit rechnen, haben Sie schon nach ca. 10 min Arbeit Ihre fertig entwickelten Schwarz-Weiß-Negative in der Hand und können sich auf die weitere digitale Verarbeitung freuen. Anbei eine kurze Anleitung:

Kurzanleitung zur Schwarz-Weiß-Entwicklung

1. In einem verdunkeltem Raum, die belichteten Filme in den Entwicklungstank geben (12 Blatt maximal)

2. Die vorab im Verhältnis 1:40 verdünnte
Entwicklerlösung (z.B. F09 oder R09) in den Tank einfüllen. (die benötigte Füllmenge vorher abmessen und auf der Flasche mit der Entwicklerlösung z.B. mit Klebestreifen oder CD-Marker markieren. (hier eine Tabelle mit Entwicklungszeiten)

3. Die
Entwicklerlösung bleibt 6 Minuten im Tank.

4. Die ersten 30 Sekunden den Tank mehrfach leicht kippen und bewegen, um die Lösung auf den Filmen gleichmässig zu verteilen und ggf. Luftbläschen zu entfernen.Danach alle 30 Sekunden den Tank ca. 3 Sekunden kippen bzw. bewegen.

5. Nach Ablauf der 6 Minuten Entwicklungszeit, die Entwicklerlösung aus dem Tank zurück in die Flasche (Trichter) gießen.

6. Ohne Verzögerung, die Stoplösung (verdünnte Essigsäure) in der benötigten Menge zügig in den Tank einfüllen und unter ständigem Kippen ca. 2 Minuten einwirken lassen.

7. Die
Stoplösung zurück in die Flasche (Trichter) gießen.

8. Den Deckel vom Tank abnehmen und nun ca. 15 Minuten unter einen leicht laufenden Wasserhahn stellen. Das Filmmaterial wird nun
gewässert und alle Reste von Stoppbad und Entwickler aus der Emulsion gelöst.

9. Die Filmblätter vorsichtig einzeln aus dem Tank nehmen, nochmals unter fließendem Wasser abspülen und zum Trocknen an jeweils eine Klammer hängen. (sehr praktisch und preiswert ist dieses
Teil zum Wäschetrocknen)

10. Fertig! Die trockenen Filme können Sie nun einscannen und weiter verarbeiten. Das Ganze klingt einfach und ist es auch - also, worauf warten Sie noch? Das benötigte Material ist preiswert zu bekommen und die Freude an selbstentwickeltem Bildmaterial ohnehin unbezahlbar...

Viel Spaß!